Checkliste Gestaltung: Der Buchsatz
Ich gestalte seit Jahren alles mögliche – Websites, Flyer, Plakate, Ausstellungen, Bücher. Allerdings wage ich mich nicht, Grafikerin zu nennen, denn ich habe mir alles selbst angeeignet. Und ich mache immer noch Fehler. Lerne nie aus. Mit fast jedem größeren Gestaltungsprojekt lerne ich etwas dazu. Denn irgendwas kann man immer noch besser machen.
Und neulich erst bekam ich den Hinweis, dass die Worttrennungen in meinem Buch nicht immer richtig waren. Deshalb bin ich es für die neue Ausgabe von RE-GENERATION als Taschenbuch bei BoD noch einmal komplett durchgegangen und habe händisch (in meiner alten Version von Adobe InDesign) die Trennungen bearbeitet. Damit nicht nur ich von den Hinweisen profitiere und ich mir alles besser merken kann, möchte ich sie hier noch einmal sammeln. Wenn ihr Ergänzungen habt, immer her damit. Ich bin nicht unfehlbar. Ich bin kein Profi. (Aber seid freundlich mit mir. Als Selfpublisherin habe ich vierstellige Beträge in die Herausgabe meiner Bücher investiert und der Buchverkauf hat das Geld noch lange nicht wieder eingespielt. Den Buchsatz werde ich auch in Zukunft selber machen.)

1. Kapitelanfänge und Szenenwechsel
Während Absätze im Fließtext der Lesbarkeit halber eingerückt werden, ist dies bei Kapitelanfängen und Szenenwechseln nicht der Fall. (Ehrlich gesagt, finde ich dieses Detail als Leserin nicht so nützlich, aber es hat sich so eingebürgert.) Bei der Gestaltung muss man hier darauf achten, diesen Absätzen im Text ein anderes Absatzformat ohne Einzug zu verpassen.
2. Schusterjungen und Hurenkinder
Tja, die habe ich schon bei meiner einjährigen Zeit bei einer Lokalzeitung kennengelernt. So nennt man die einzeln herumhängenden Zeilen eines neuen Absatzen am Ende einer Seite (Schusterjunge) oder die letzten Reste eines Absatzes am Anfang einer neuen Seite (Hurenkind). Die sehen einfach nicht schön aus. Hier lässt das Grafikprogramm so einstellen, dass das nicht passiert. Es gibt auch noch den so genannten „Fliegenschiss“ Textsetzer scheinen seit jeher vulgäre Personen zu sein!]. So nennt man die Reste eines Wortes nach einer Trennung, die alleine in einer Zeile am Ende eines Absatzes herumdümpeln, wie z.B. ein verlorenes -te von „sag-te“. Sieht auch hässlich aus und sollte möglichst vermieden werden.
3. Falsche und unschöne Worttrennungen
Das bringt uns automatisch zum nächsten Thema, meinem neusten Learning. Ich habe bisher meist brav das hingenommen, was das Grafikprogramm mir ausgespuckt hat per automatische Silbentrennung. Meistens passt das auch, leider aber nicht immer. Dazu gibt es weitere Trennregeln für Bücher, die das Lesen erleichtern:
- Eigennamen nicht trennen
- Letzte Wörter am Seitenende nicht trennen
Solche Trennungen und auch falsch getrennte Wörter muss man händisch ändern. Allerdings ist es nicht ratsam, Bindestriche einzufügen. Denn wenn man später was im Text ändern, bleiben manchmal unschöne Wörter wie „Sonnenblu-me“ mitten im Fließtext übrig.
In Indesign kann man für einzelne Wörter eine Trennung verhindern. Dafür muss man vor das Wort, das nicht getrennt werden soll, klicken und dann die Tastenkombination Strg + Umschalttaste/Shift + Minus-Taste drücken. Wieder was gelernt!

4. Registerhaftigkeit
Ich weiß, dass jede letzte Zeile einer Buchseite eigentlich auf der selben Höhe sein soll. Letzte Zeilen sollen immer auf Linie stehen. Das verbessert die Lesbarkeit, indem alle Zeilen auch auf Vorder- und Rückseite deckungsgleich stehen und z.B. so bei dünnem Papier nicht störend durchscheinen.
Allerdings habe ich festgestellt, dass ich in dieser Hinsicht das Layout von Anfang an besser durchdenken muss. Deshalb gibt’s das erst beim nächsten Buch. Ich hoffe, ihr seht es mir nach.
Mehr davon?
Okay … Was hab ich noch vergessen? Ich nehme gern noch Ergänzungen vor.

